In eigener Sache:

In meiner Umgebung wollte ich immer Schönheit und Harmonie haben, musste aber dann feststellen, dass vollkommene Harmonie langweilig ist. Habe ich mich aber ausschließlich mit Kunst an sich als Verbindung zum Unterbewusstsein und dem sinnfreien Selbstzweck beschäftigt, wurden die Spannungen so groß, dass mir jede Ruhe fehlte. So hat sich zwangsläufig die Suche nach einer Synthese ergeben, die beides beinhalten sollte:

Spannung und Ruhe, Harmonie und Disharmonie, zu Hause ankommen und Aufbruch gleichzeitig.

Der Bildraum in der Malerei bietet mir hierzu ideale, weil unendlich variable Möglichkeiten. Ihn so zu gestalten, dass sich das Bild harmonisch in eine Umgebung einfügt und trotzdem eine Tür öffnet, ein spannungsreiches Eigenleben führt, eine Frage aufwirft, ist ein Ziel, dem ich meine kreative Kraft widmen möchte. Doch immer mit der Gewissheit, dass die Erreichung einer vollkommenen Synthese wieder langweilig wäre, weil dann die Polarität, also die Spannung fehlt.

Ich möchte Bildobjekte gestalten, in und mit denen der Betrachter sowohl Spannung als auch Ruhe findet, Schönheit der Farben und konventionelle Präsentation, als auch Faszination durch noch nie Gesehenes, Unerprobtes, Experimentelles, Widersprüchliches.

Jedes Bild mit eigener Geschichte, Inspiration, Dynamik.

Ich möchte beweisen, dass nur in der Unvollkommenheit die Möglichkeit zur Vollkommenheit liegt, das Kunst und Dekoration nicht ein entweder/oder bedeutet, sondern dass es immer ein „sowohl als auch“ gibt. Synthese zu suchen und gleichzeitig Polarität genießen macht für mich Lebenssinn. Und wenn ich ungestört daran arbeiten kann, macht es mich sogar friedlich und für meine Umwelt erträglich. Diese Aufgabe und die Arbeit daran ist mir wesentlich wichtiger als materielle Dinge.

Ich bin froh, dass ich mir die Möglichkeit schaffen konnte, zu malen.

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